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Adipositas-Chirurgie

 
 
 
 

Extremes Übergewicht (Adipositas) ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Durchblutungsstörungen und Herzerkrankungen ist deutlich erhöht. Insgesamt haben stark Übergewichtige statistisch eine erheblich verminderte Lebensqualität und Lebenserwartung.

Unsere Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie bietet unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Ralf Kirchner operative Therapiemöglichkeiten bei schwerwiegender Fettleibigkeit an.
Wenn das Übergewicht krankhafte Ausmaße hat und nicht-operative Therapiemaßnahmen bislang nicht zu einer Gewichtsreduktion geführt haben, kann mit operativen Maßnahmen eine entscheidende Wendung in der Gewichtsentwicklung erreicht werden.

Die Adipositas-Patienten werden im Städt. Krankenhaus Maria-Hilf Brilon von einem fachübergreifenden Team aus Internisten, Diabetologen, Gastroenterologen, Ernährungsberatern und Physiotherapeuten betreut und zwar vor, während und auch nach dem stationären Aufenthalt.

Allgemeines

BodyMassIndex

Der BMI ist eine Methode, um das Übergewicht medizinisch genauer zu klassifizieren.

Dabei werden folgend Grade der Übergewichtigkeit unterschieden:

Grad I : BMI : 25-30
Grad II: BMI : 30-40
Grad III: BMI : > 40

Berechnung:
BMI = Gewicht in kg ÷ [(Körpergröße in m) x (Körpergröße in m)]


Eine behandlungsbedürftige Adipositas liegt bei einem BMI von mehr als 25 kg/qm vor, insbesondere um Folgeerkrankungen aufgrund der Adipositas zu vermeiden.

Kostenübernahmeerteilung

Die Kostenübernahmeerteilung durch die Krankenkasse erfolgt zur Zeit nur als Einzelfallgenehmigung, wobei die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen müssen.

Eine Auflistung, die nach Vorgaben der medizinischen Fachgesellschaften erstellt wird, ist unter anderem über die Selbsthilfegruppe am Städt. Krankenhaus Maria-Hilf Brilon zu erhalten oder den einschlägigen Internetseiten zu entnehmen.

Selbsthilfegruppe Adipositas

Operationsmöglichkeiten und -techniken:

Magenballon

Der Magenballon besteht aus weichem Silikon und kann endoskopisch eingesetzt werden – ohne Operation oder Schnitte. Wenn sich der leere Ballon im Magen befindet, wird er mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllt. Der Ballon füllt den Magen teilweise aus. Der Patient erreicht so ein frühes Gefühl der Sättigung.

Nach ca. 6 Monaten wird der Ballon auf dem gleichen Weg wie bei der Implantation entfernt.


Das ambulante Verfahren wird insbesondere zur Vorbereitung für einen operativen Eingriff bei extremer Adipositas eingesetzt.

Laparoskopische Magenbandanlage (Gastric Banding)

Das Gastric Banding stellt ein Operationsverfahren mit einem steuerbaren Magenband dar. Ein mit Flüssigkeit befüllbares Silikon-Band wird um den Mageneingang (nach Präparation und Tunnelung der Magenrückwand) herumgelegt und an der Magenvorderwand verschlossen. Dadurch wird das Füllungsvermögen des Magens erheblich eingeschränkt. Die Patienten haben bereits nach kleinen Mahlzeiten ein Sättigungsgefühl. Das Band ist über einen Schlauch mit einem Reservoir in der Bauchdecke verbunden. Erstmalig wird das Band ca. 6 Wochen nach der Operation justiert, um so den Grad der Einengung zu regulieren. Ein wichtiger Vorteil des Magenbandes ist, dass die Anatomie des Magens nicht verändert wird und so bei einem eventuellen Entfernen des Bandes der ursprüngliche Zustand wieder vorliegt.

Schlauchmagen (Sleeve gastrectomy)

Durch die Entfernung von Magenanteilen verbleibt ein Schlauch, der viel weniger Volumen aufnehmen kann (Füllmenge ca. 80 ml).
Der Magenschlauch entleert sich normal in den Zwölffingerdarm, da bei der Operation der Magenausgang (Pylorus) mit seiner Nervenversorgung nicht verändert wird. Gleichzeitig wird der Magenanteil entfernt, der das für das Hungergefühl verantwortliche Hormon Ghrelin produziert. Appetit und Heißhungerattacken werden deutlich herabgesetzt.  Es tritt ein frühes Sättigungsgefühl auf.
Im Vergleich zum Magenband gibt es keine Implantatkomplikationen und im Vergleich zum Magenbypass keine metabolischen Langzeitkomplikationen. Eine gezielte und ergänzende Aufnahme von Vitamin B12 kann dauerhaft notwendig sein.
Der Eingriff wird laparoskopisch durchgeführt und ist in besonders komplizierten Fällen der erste Schritt einer weiterführenden Operation (Biliopankreatische Diversion mit Duodenal-Switch).
Aufgrund der guten Ergebnisse wird der Schlauchmagen jedoch meist als alleinige Operation durchgeführt.

Magenbypass (Gastric-Bypass)

Bei diesem Verfahren werden einerseits Darmanteile ausgeschaltet und andererseits wird durch eine Magenverkleinerung die Nahrungszufuhr eingeschränkt. Über die Reduzierung der zur Verfügung stehenden Darmfläche wird die Energieaufnahme effektiv vermindert.
Nach dem Eingriff entsteht ein kleiner Restmagen, der keine Verbindung mehr zum ursprünglichen Magenausgang besitzt und an tiefergelegenen Dünndarm angeschlossen wird. Der Zwölffingerdarm wird somit umgangen (Bypass). Die Nahrung passiert nach der Speiseröhre den kleinen neu gebildeten Magen und fließt direkt in magenfernen Dünndarm.
Die Operation wird laparoskopisch durchgeführt.

Ärztliches Team

 
 

Dr. med. Ulrich Heydasch
Oberarzt
Facharzt für Chirurgie

Dr. med. Ralf Kirchner
Chefarzt
Facharzt für Chirurgie
-Schwerpunkt Viszeralchirurgie
-Schwerpunkt Gefäßchirurgie

 
 

Dr. med. Bozydar Witold Plaskura
Oberarzt
Facharzt für Chirurgie

 

Kontakt


SEKRETARIAT
Nadja Arapoglu

Sekretariat.AVG@kh-brilon.de
02961-780-1367
02961-780-1458
 
 

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